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Der Archos 6000 Ein kleiner, kompakter
Ziegelstein, aber irgendwie auch knuffig. Das Handbuch empfiehlt, den Player vor der ersten Benutzung erstmal 6 Stunden zu laden. Also Ladegerät rein und ans Netz damit. Blöde Idee von Archos, das Netzteil an die Pappe der Verpackung anzukleben, es dauert eine Weile alle Klebstoffreste vom Ladegerät zu entfernen. Leider ist es ein einfaches Steckernetzteil, welches nur an 220V betrieben werden kann. Dateiübertragung Während des Ladens musste ich dann doch mal schnell ein paar Lieder auf den Player spielen. Die 3 vorinstallierten Stücke waren nicht nach meinem Geschmack ;-) Also schnell an den Rechner angeschlossen. Die Installation der Software unter Windows 2000 ist kein Problem. CD ins Laufwerk, Kabel anschliessen und einschalten. W2K erkennt das USB Gerät, die Treiber werden installiert, und schon steht ein neuer Laufwerksbuchstabe zur Verfügung. So sollte es bei jedem USB Player sein ! Dadurch, das sich das Gerät als Laufwerk präsentiert, stehen alle Möglichkeiten offen. Per Drag und Drop werden ganze Verzeichnissbäume mit MP3 Files auf den Player übertragen. Ein nächträgliches Umsortieren der Stücke ist direkt auf dem Player rasend schnell möglich. Playlisten erzeugt der DOS-Kundige sehr schnell in einer Befehlszeile mit dir pop/*,* /s /B >list.m3u. Wieso muss man sich bei anderen Playern eigentlich mit mehr oder weniger gut programmierter Übertragungssoftware herumschlagen ? Neben MP3 Files lassen sich so auch normale Daten- Dateien auf die portable Festplatte übertragen, - ein Feature, dass andere Hersteller derzeit (noch) nicht unterstützen.
Die Hardware Hier gibt es zuächst eine Enttäuschung. Obwohl das Gerät ansonsten einen guten Eindruck macht, ist das Display nicht passgenau angebracht und im oberen Teil scheint deutlich das Licht der Hintergrundbeleuchtung durch die Ritzen im Gehäuse. Davon abgesehen ist der Player aber gut verarbeitet. Durch die kompakte Bauform liegt er gut in der Hand. Das Display ist in der Werkseinstellung leider auf einen schlecht lesbaren Kontrastwert eingestellt. Sobald man das aber nachreguliert hat, ist das Display sehr gut lesbar. Ich würde mir nur etwas mehr Informationen wünschen. So sollte man statt der Laustärke lieber die Bitrate des aktuellen Stücks anzeigen, -wie laut der Player eingestellt ist, höre ich schon selbst. Wenn man den Displaykontrast höher eingestellt hat, ist das Display sehr gut ablesbar. Als Akkus sind 4 NiMH
Akkus eingebaut. Aussen auf der Packung ist noch von NiCd Akkus die Rede.
Die Anzeige des Batterieladestandes
ist zwar sehr schön, aber leider nicht sonderlich genau. Nach 2 Stunden
Spielzeit Hörtest Klanglich hat mich
der Player schnell überzeugt. Mit meinen Koss PortaPro Kopfhörern und
einem leicht modifizierten Bass und Treble Setting klingt er sehr schön.
Bei sehr leisen Stücken stört schon mal das Laufgeräusch der Festplatte.
Alle 2 Minuten läuft die Platte an, um den mit 2 MB etwas knapp bemessenen
Pufferspeicher nachzufüllen. Danach scheint sie sich wieder komplett abzuschalten
,denn es ist beim besten Willen kein Laufgeräsch zu hören, wenn man am
Gehäuse lauscht. Aber das ist auch wirklich nur bei extrem leisen Klassikpassagen
zu hören. Kein Das Gerät unterstützt alle Bitraten. Ich höre vor allem mit 75% VBR encodierte Frauenhofer MP3 Files und hatte keinerlei Probleme. Die vergangene Laufzeit wird trotz VBR korrekt angezeigt und springt auch nicht. Die Navigation durch die Menuestruktur ist sehr gut gelöst. Man kann die Musikstücke nach eigenen Vorstellungen in Unterverzeichnissen ablegen. Bei mir liegt auf der obersten Ebene das Genre, darunter dann die Interpreten und darunter wieder die Alben. Dadurch, dass der Player auf Tastendrücke sehr schnell reagiert (bis auf die Minus Taste, siehe oben) kann man sich recht flott durch die Strukturen bewegen. Ein Symbol zeigt an, ob das, was man da gerade sieht, ein Verzeichnis ist, eine Playliste oder ein Musikstück. Die Verschachtelungstiefe der Ebenen wird ebenfalls angezeigt. Das Gerät unterstützt Playlisten. Ich habe aber leider festgestellt, dass diese nicht so besonders umfangreich sein dürfen. Bis zu 3 Alben haben problemlos funktioniert. Bei einer Playliste, die den gesamten Bereich Pop enthält, zählt der Player bis 85 Stücke hoch und bleibt dann hängen. Eine Navigation durch die Verzeichnissebenen ist dann nicht mehr möglich. Der Player muss komplett abgeschaltet werden. Nachtrag 11.2.01 Noch ein Wort zu den ID3 Tags. Am Anfang habe ich nicht so genau darauf geachtet, jetzt habe ich das Verhalten des Players aber mal genauer untersucht. Beim Suchen nach Titeln im Auswahlmodus werden die Filenamen der Titel ohne die Dateierweiterung angezeigt (auch scrollend, das Scrollen setzt automatisch nach 2 Sekunden ein). Wird der Song dann abgespielt, stellt das Display den ID3 Titel dar. Da das bei meinen mp3s oft identisch mit dem Filenamen ist, ist mir das nicht sofort aufgefallen. Bei den Playlisten hat das Gerät ein paar Probleme mit der relativen Adressierung von Files. Die Playliste wird nur abgespielt, wenn die Stücke mit dem kompletten Pfad in der Playlist aufgeführt sind (also j:\pop\artist\album\track1.mp3 und nicht artist\album\track1.mp3). Ausserdem gibt es laut Archos Website eine Limitation auf 300 Songs pro Playliste. Bezug Ich habe meine Archos Jukebox damals übrigens recht günstig (685,-DM/350 € + Versand) bei Berger Datentechnik in Schwelm bestellt. Mittlerweile kostet Sie dort nur noch 331 €/647,- DM. Ich habe keinerlei finanzielle Vorteile dadurch, dass ich diese EMail hier poste und tue das nur, weil ich mit der prompten Lieferung bei Berger sehr zufrieden war. Interessanter noch als die Jukebox6000 ist sicher der neue Rekorder von Archos. Er hat vor allem viel bessere Bedienelemente. Leider wurde mir mein Recorder vor kurzem gestohlen, so dass es hierfür keinen Testbericht mehr geben wird. Fazit Ein schönes Gerät zu einem guten Preis/Leistungsverhältniss. Die kleinen Macken sind zu verschmerzen. Eine harte Konkurrenz zur Creative DAP Jukebox. Im direkten Vergleich zur DAP Jukebox punktet der Player vor allem durch den Formfaktor und die Akkulaufzeit. Aber auch der Preis ist ein gewichtiges Argument. Beide Geräte sind schließlich keine echten Schnäppchen. Ich denke Creative wird wohl den Preis nach unten anpasse müssen, um mit dem Archos konkurrieren zu können. Über Anmerkungen und
Ergänzungen zu diesem Aktikel Mittlerweile habe ich auch den Bericht zur Creative D.A.P. Jukebox fertig. Viele Leute schwanken ja zwischen diesen beiden Geräten. Ich hoffe, ich kann Euch mit diesen beiden Berichten die Entscheidung etwas erleichtern. Heimi |